Soweit ich es sehe, hat Kopernikus teilweise unter Verwendung von Annahmen, die sich durch die unmittelbare menschliche Erfahrung nicht bestätigen lassen, oder kurz gesagt metaphysisch argumentiert und sich nicht ausschließlich auf Beobachtungen oder Experimente berufen.
Im Frühjahr 1976 habe ich in der damaligen Moskauer Leninbibliothek die erste Seite des Hauptwerks von Kopernikus in einer Ausstellungsvitrine gesehen.
Es trägt den Titel "De Revolutionibus Orbium Coelestium Libri VI" (Die Sechs Bücher über die Drehungen der Himmelskreise). Die Argumentation von Kopernikus ist ungefähr, wie folgt verlaufen:
"Die Erde ist der Himmelskörper auf dem sich die Menschen vervollkommen sollen!" - Bekanntlich war Kopernikus Domherr in Frauenburg in Ostpreußen - siehe auch den Standort rechts unten - dem heutigen Frombork. In dem Vorwort zu einem Buch über katholische Dogmatik (Grundsatzlehre) habe ich folgenden Satz gelesen: "Das Endziel der göttlichen Vorsehung ist es, die sündige Menschheit zu erlösen!"
Weiter hat Kopernikus dann argumentiert: "Die Kugel ist der platonische Körper der Vollkommenheit".
Dreimal darf der geneigte Leser nun raten, welche Schlussfolgerung Kopernikus aus diesen beiden vorgenannten Annahmen (Prämissen) zieht?
Ganz richtig: Die Erde ist eine Kugel!
Kopernikus zieht somit keineswegs Folgerungen aus Beobachtungen. Er kombiniert Inhalte seiner christlichen Grundüberzeugung mit der Philosophie Platons - und gelangt dennoch zu Schlüssen, die heute allgemein anerkannt sind.
Es gab zu Zeiten von Kopernikus jede Menge vernichtender Einwände. Ich schildere diese Einwände kurz:
"Herr Kopernikus, wenn die Erde sich tatsächlich einmal in 24 Stunden um sich selbst dreht, warum bleiben die Wolken dann am Himmel stehen?"
Wissen, wie man diesen Einwand entkräften kann?
Kopernikus konnte es nicht - hat sich aber anscheinend dadurch nicht völlig beirren lassen, weil er wußte, daß seine Theorie der Planetenbewegungen viel einfacher ist, als die bis dahin anerkannte Theorie des Ptolemäus, welche die Erde in den Mittelpunkt stellt.
1548, fünf Jahre nach dem Tod des Kopernikus im Jahre 1543, wurde Giordano Bruno geboren. Bruno wurde 1600 auf dem Scheiterhaufen verbrannt, weil er die Göttlichkeit von Jesus nicht in dem Maße anerkannt hat, wie die Kirche das erwartet hat.Giordano Bruno ist folgendes aufgefallen: Wenn ein Gegenstand vom Deck eines Schiffes senkrecht ins Wasser fällt, dann trifft er genau an der Stelle auf die Wasseroberfläche, die lotrecht unterhalb des Ortes liegt, von dem er an Deck losgelassen worden ist. Der fallende Gegenstand macht also im Fallen die Bewegung des Schiffes mit. Die Physiker nennen diese Erscheinung (dieses Phänomen) Trägheit. Es sind seitdem ganze Bibliotheken über den Begriff der Trägheit geschrieben worden - die viel bewunderte und von vielen nicht verstandene Allgemeine Relativitätstheorie von Albert Einstein befasst sich ebenfalls mit der Trägheit - ihre Grundaussage lautet: Die träge Masse ist gleich der schweren Masse. Wegen der Trägheit machen die Wolken die Drehbewegung der Erde mit. Der letzte Beweis für die Erddrehung wurde erst im Jahre 1851 durch das Foucaultsche Pendel erbracht. Schon vorher hatte die katholische Kirche die Werke des Kopernikus aus dem Verzeichnis der verbotenen Bücher, dem Index, herausgenommen, weil einfach zu viele Bestätigungen für das kopernikanische System entdeckt worden waren.
Nächster vernichtender Einwand:
"Herr Kopernikus, wenn die Erde sich tatsächlich einmal im Jahr um die Sonne dreht, dann müssten wir doch die Sterne am Himmel im Laufe eines Jahres unter unterschiedlichen Beobachtungswinkeln sehen!"
Das können Sie sich so vorstellen: Sie gehen im Kreis um einen hohen Fahnenmast. Dann sehen Sie die Spitze dieses Fahnenmastes auch unter unterschiedlichen Beoachtungswinkeln.
Dieses Phänomen wird auch als die Parallaxe (scheinbare Ortsänderung) der Fixsterne bezeichnet. Der Astronom Bessel hat in Königsberg in Preußen,dem heutigen Kaliningrad, zu Beginn des 19. Jahrhunderts diese scheinbare Ortsverschiebung der Fixsterne nachgewiesen. Sie betrug nur wenige Bogenminuten, also den sechzigsten Bruchteil eines Grades und war zur Zeit des Kopernikus, als es noch keine Fernrohre gab, gar nicht nachweisbar. Erst Galilei hat zu Beginn des 17. Jahrhunderts das erste Fernrohr gebaut. Der Hauptirrtum bei diesem zweiten vernichtenden Einwand war die zur Zeit von Kopernikus allgemein verbreitete Meinung, dass sich die Fixsterne relativ nahe an der Erde befinden. Um zum Beispiel des Fahnenmastes zurückzukehren: Je höher der Mast wird, desto kleiner wird die scheinbare Ortsänderung der Spitze, wenn Sie ihn einmal umkreisen. Da die Fixsterne jedoch sehr weit von der Erde entfernt sind, der nächstgelegne, der Alpha Centauri, ist mehr als vier Lichtjahre entfernt, ist die Parallaxe der Fixsterne nur sehr schwer zu beobachten.
Der bekannte Physiker und Nobelpreisträger Werner Heisenberg berichtet in einem seiner Aufsätze, dass in einem Hörsaal der Universität Göttingen das Motto "Die Schönheit ist ein entscheidender Hinweis auf die Wahrheit" - pulchritudo sigillum veri - zu lesen ist. Trotz aller Einwände, der er nicht entkräften konnte, dürfte es Kopernikus wohl klar gewesen sein, dass durch seine Annahmen, die Berechnung der Bahnen der Planeten viel einfacher wird. Vermutlich hat er darauf vertraut, dass eines Tages die Einwände widerlegt werden können, was ja auch so eingetreten ist.
Während meines Studiums habe ich mich sehr viel mit Wissenschaftstheorie befasst. Eine wichtige Aussage der Wissenschaftstheorie lautet: Wir können jede Annahme (Hypothese) aufrecht erhalten, wenn wir nur genügend zusätzliche Annahmen machen.
Ich bin deshalb so ausführlich auf die seinerzeit vernichtenden Einwände gegen das kopernikanische Weltsystem eingegangen, weil es mittlerweile eine enorme Fülle von neuen Einsichten über Funktion und Sinn der Pyramiden gibt, die den herkömmlichen stark widersprechen. Ich habe Ende September 2011 mit einem Archäologen an einer Universität im deutschsprachigen Raum telefoniert. Ich habe ihn auf die Bosnischen Pyramiden angesprochen - seine Antwort hat mich sehr stark an die Philosophieprofessoren von Padua erinnert, die sich geweigert haben, durch das Fernrohr des Galilei auf die Jupitermonde zu schauen. Er meinte, dass er hier nur um Geldmacherei wegen Tourismus geht. Er war schon in der Gegend von Visoko gewesen, hat aber die Bosnischen Pyramiden nicht besucht! So wie ich mich kenne, wäre dorthin gegangen, um aus eigener Anschauung zu sehen, was sich dahinter verbirgt.Sollte ich jemals in dem Wissenschaftsministerium, das für die Universität, an der dieser "Philosophieprofessor von Padua" tätig ist, zuständig ist. Wissenschaftsminister werden, so würde ich ihn vor die Wahl stellen, entweder seinen Hut zu nehmen, oder sich mit der aller elementarsten Voraussetzung der Wissenschaft zu befassen: "Sei äußerst zurückhaltend mit Urteilen über Dinge, mit denen Du Dich noch nicht befasst hast!" und diese künftig zu beachten.
In den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts hat Hoimar von Ditfurth im Zweiten Deutschen Fernsehen die Sendereihe Querschnitt gebracht, in der er neue wissenschaftliche Erkenntnisse leicht verständlich dargestellt hat. Noch heute denke ich gerne an seine Sendungen zurück. Er hat in dieser Sendereihe auch einen Beitrag über die Astrologie gebracht und diese dort als vollendeten Unsinn dargestellt. Eines seiner Argumente lautete: "Die Astrologen wissen gar nicht, dass der Frühlingspunkt, das ist der Punkt im Tierkreis, an dem die Sonne im Moment des Frühlingsbeginns steht, im Laufe von ca. 26.000 Jahren, dem sogenannten platonischen Jahr, einmal sich durch den ganzen Tierkreis bewegt und sie sich deshalb mit einem Tierkreis befassen, der gar nicht mehr stimmt!" Einige Jahre später habe ich begonnen, mich ernsthaft mit Astrologie zu befassen. Als ich den Ditfurthschen Einwand meinem Lehrer Bruno Huber vorgebracht habe, hat er nur gelacht und gemeint: "Die meisten Verächter der Astrologie wissen gar nicht, dass wir Astrologen gar nicht mit dem Tierkreis am Fixsternhimmel arbeiten. Der Tierkreis der Astrologen beginnt immer am Frühlingspunkt und macht deshalb die Wanderung des Frühlingspunktes durch den Tierkreis am Fixsternhimmel mit. Übrigens im Moment bewegt sich der Frühlingspunkt am Fixsternhimmel gerade von der Fixsternkonstellation Fische in die Fixsternkonstellation Wassermann. Deshalb spricht man ja auch vom Wassermannzeitalter, das nun beginnen wird." Die Sendung von Hoimar von Ditfurth über Astrologie wäre sicherlich um einiges besser ausgefallen, wenn er sich an den gerade zitierten Grundsatz über Zurückhaltung bei Urteilen über Dinge, mit denen man sich nicht wirklich befasst hat, gehalten hätte.
Sir Isaac Newton, der gemeinhin als einer der größten Physiker aller Zeiten gilt, hat sich einmal mit Edmond Halley, dem Entdecker des Halleyschen Planeten, über die Grundlagen der Astrologie unterhalten. Dabei hat Halley die Grundaussagen der Astrologie angezweifelt. Newton hat Halley geantwortet: "Sir, I have studied it, You have not!" - "Mein Herr, ich habe mich mit dieser Angelegenheit gründlich befasst, Sie haben das nicht getan!".